Der Württembergische Fußballverband (WFV) hat die Hartplatzhelden verklagt. Das ist soweit bekannt. Und wird vielfach diskutiert. Vorweg: Ich mag die Hartplatzhelden und finde es ein tolles Projekt. Und ich will mich gar nicht aus dem Fenster lehnen und die rechtlichen Konsequenzen beurteilen. Das können die Kollegen von der Juristerei besser. Auch möchte ich nicht um das wahrscheinlich versteckte Manöver des DfB und seine Interessen in Sachen fußball.de spekulieren. Denn auch dort wurde im Prinzip schon genug gesagt.
Aber ein wichtiger Punkt liegt mir am Herzen, weil er die moralische Beurteilung noch mal auf eine höhere Stufe hebt. Die Frage der Kommerzialisierung des Amateur-Fußballs. In der Regel herrscht die verbreitete Meinung, dass die Kommerzialisierung des Fußballs im allgemeinen und des Amateurbereichs im Besonderen abzulehnen. Sicher ist hier der Begriff der Kommerzialisierung nicht eindeutig. Das wäre mal interessant das ganze differenzierter zu betrachten. Ohne das an dieser Stelle zu tun, Stelle ich mich aber auch auf den erst einmal unbegründeten aber mehrheitsfähigen Standpunkt, dass man den Amateursport vor Kommerzialisierungs- und Verwertungsinteressen möglichst frei halten sollte.
Dann stellt sich aber die Frage, wer für die umgreifende Kommerzialisierung im Falle von Hartplatzhelden verantwortlich ist! Denn dieser Vorwurf wird dem WFV gemacht oder dem DfB und im gleichen Zuge werden sie als böse Böse dargestellt. Sicher muss man den Verbänden dort kommerzielle Verwertunginteressen unterstellen. Wozu sonst die Klage?
Aber das trifft dann doch insofern die Falschen, als die eigentlich Kommerzialisierung des Amateur-Fußballs doch von Hartplatzhelden vorangetrieben wurde! Sicherlich machen die das nicht hauptberuflich und fahren nun eine S-Klasse. Man muss deren persönliches Engagement und ihre Leidenschaft für die Sache schon hervorheben. Aber man darf dann nicht vergessen, dass es dort auf der Seite auch nur so blinkt und bannert. Da werden schon einige Euros in private Taschen fließen. Und zwar nicht auf Grund der eigenen Leistung, sondern weil tausende User sich daran beteiligen und Content liefern. Das Interesse an der Sache in allen Ehren, aber die kommerzielle Verwertung des Amateurfußballs ist eine Idee der Hartplatzhelden gewesen. Sie sind die Ersten, die das konsequent angegangen sind. Den Vorwurf der umgreifenden Kommerzialisierung des Fußballs müssen sich also auch die Herren Hartplatzhelden gefallen lassen. Ich finde es bedauerlich, dass die Blogosphäre dahingehend einen blinden Fleck hat.
Abschließend sei aber nochmals gesagt, dass ich das Projekt sehr schätzen und es (derzeit) lieber in den Händen der HH sehe, als unter den Fittichen der Verbände.
(Seite 1 von 1, insgesamt 1 Einträge)

